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... und dann bin ich DJ geworden

Was ist eigentlich ein Sounddesigner? Mein Leben und ich (3)

Irgendwann hatte ich die Nase voll vom Samurai-Dasein und bin wieder nach Tokio gezogen. Tokio ist ein gewaltiger Großstadtdschungel, in dem es mehr Getränkeautomaten gibt als im ganzen Rest der Welt.

Unter dem Künstlernamen DJ Musashi habe ich in den Clubs Musik aufgelegt. Schließlich hatte ich Engagements in Osaka, dann auch in Shanghai und Seoul.
Heute lebe ich in Hamburg und arbeite unter anderem als Sounddesigner – ein Beruf unter dem sich viele Menschen gar nichts vorstellen können. Dabei ist das gar nicht so schwer: Filme und Computerspiele bestehen ja nicht nur aus Bildern, Stimmen und Musik, sondern auch aus Geräuschen – und die mache ich.
Mein Soundstudio hier in Hamburg heißt Romance & Fear, da ich auf romantische und gefährliche Klänge spezialisiert bin.

Wenn sich in einem Film zwei Leute küssen, wird meistens romantische Musik gespielt – und dazu rauschen oft auch Wellen, Grillen zirpen, Vögel zwitschern, ein Kutsche fährt vorbei oder der Wind streicht durch die Blätter. Habe ich alles im Angebot. Oft wird auch das Kussgeräusch künstlich nachsynchronisiert. Meine Firma hat eine der größten Kussgeräusch-Datenbanken der Welt. Von schlabbernass bis knistertrocken. Alles dabei.
Mein zweites Spezialgebiet sind Horror-Sounds. Egal ob ein Mensch geköpft wird, ein Zombie mittels Laserkanone zu Staub verpufft oder ein Alien in eine Schleimlache zerschreddert wird – ich habe garantiert den richtigen Sound dazu.

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Arena Verlag