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Bauch-Aufschlitzen für Anfänger

Früher mussten die Samurai oft Selbstmord begehen. Wenn zum Beispiel ihr Anführer getötet worden ist oder sie in einem Kampf unterlegen waren, dann war es für sie eine Frage der Ehre, freiwillig aus dem Leben zu scheiden.
Klar, es ist ziemlich bescheuert, so etwas zu tun. Aber so waren sie im alten Japan halt drauf.
Diesen rituellen Selbstmord nennt man auf Japanisch übrigens Seppuku – und nicht Harakiri, wie man hier in Deutschland oft sagt.
Der alte Samurai, den ich in Japan einmal kennengelernt habe, hat mir folgende Geschichte erzählt: Er wollte als junger Mann unbedingt wissen, wie es sich anfühlt, wenn man sich den Bauch aufschlitzt. Aber er wollte sich deswegen nicht gleich umbringen.
Dann hatte er Glück, denn er bekam eine schlimme Blinddarmentzündung und musste operiert werden. Er bat den Chirurgen, der ihm den Blinddarm entfernen wollte, die Operation ohne Narkose durchzuführen. Nach der OP wusste der Samurai also, wie sich Seppuku anfühlt. Und dass es verdammt weh tut.

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