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Der Samurai und sein Schwert

Als ich das letzte Mal in Japan war, habe ich einen ungewöhnlichen alten Mann kennengelernt. Er war der Nachfahre einer berühmten, alten Samuraifamilie und wir haben uns angefreundet.
Er hat mich in sein Haus in Tokio eingeladen und mir dort das altehrwürdige Familienschwert gezeigt, das er in einer alten, lackierten Holzschatulle aufbewahrte. Ich durfte das Schwert in die Hand nehmen und war überrascht, wie schwer es war. Er aber konnte damit umgehen, als wäre es leicht wie eine Feder. Das war ziemlich beeindruckend. Obwohl der Mann schon alt war, war er immer noch fit und trainiert!


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Tauch-Lektionen für Jedermann

Im Meer gibt es eine Menge zu lernen. Einige der Lektionen nützen einem auch für das Leben an der Oberfläche.
Muränen zum Beispiel sind schlangenartige Fische, die gemein und angriffslustig aussehen, weil sie ständig den Mund auf- und zuklappen. Dabei gibt es einen ganz einfachen Grund für ihr Verhalten: Sie pumpen mit den Schnappbewegungen Wasser durch ihre Kiemen.
Die Lektion: Nicht alles, was gefährlich aussieht, ist auch wirklich gefährlich.

Dann gibt es da unten die Skorpionsfische. Sie sehen aus, als hätten sie ihren Körper mit Algen, Lametta und Feder-Boas behängt. Aber Vorsicht: Diese Fische sind zwar wunderschön, aber hochgiftig.
Die Lektion: Nicht alles, was schön ist, sollte man auch anfassen!

Dies gilt übrigens ganz besonders für den Kakadu-Schaukelfisch. Sein Gift kann sogar tödlich sein.
Die Lektion: Nur weil einer einen bescheuerten, albernen Namen hat, sollte man ihn nicht unbedingt ärgern!

Ein witziger Seebewohner ist auch der Fugu, der japanische Kugelfisch. Der kleine Kerl ist eigentlich ein Angsthase, weswegen er in Gefahrensituationen seinen Körper auf das vielfache seiner Größe anschwillen lässt. Fugu-Fleisch schmeckt ausgesprochen gut, darf aber nur von Fachleuten zubereitet werden. Denn in den Fugu-Innereien findet sich eines der stärksten Gift, die es auf der Erde gibt. Tödlich!
Die Lektion: Nicht alles, was lecker ist, lässt sich gefahrlos essen!

Wir sind nur Gäste
Als Taucher sollte man immer wissen, dass wir Menschen dort unten im Meer nur Gäste in einer fremden Welt sind. Und so sollten wir uns auch verhalten: Zurückhaltend, höflich und sehr vorsichtig!
Aber das gilt eigentlich für die ganze Natur, ob nun unter oder über Wasser. Seid nett zur Natur, dann ist sie auch nett zu euch.

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Monsterranking

Ein paar Tage später habe ich meinem japanischen Kumpel Shin Bun von dem Monsterolgen erzählt.
Shin meinte daraufhin, dass kein Land so viele Monster erfunden hätte wie Japan.
Ich erwiderte, dass Europa und Amerika doch auch einiges zu bieten hätte: Frankenstein, Kingkong, der Golem, die ganzen Superschurken aus den Superman-, Batman- und Spiderman-Heften.
Shin winkte ab und faselte dann stundenlang etwas von Godzilla, Mothra, Gamera, Destoroyah, King Gidorah. Japan habe mit den so genannten KAIJU eine eigene Spezies erfunden, die nur aus Monstern besteht.
„Ist ja gut. Dann seid ihr Japaner halt die Monsternation Nr. 1. Nichts dagegen“, habe ich erwidert.
Shin meinte daraufhin noch, dass Godzilla sogar in Tokio ein eigenes Denkmal und in Los Angeles einen Stern auf dem berühmten Walk of Fame hat.

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Der Unterwasser-Planet

Tauchen ist mein Lieblingshobby. Ich kann euch daher verraten, dass man dort unten im Ozean allerlei Lebewesen trifft, bei denen man sich fragen kann, ob sie in Wahrheit nicht von einem anderen Planeten stammen.
Der Seehase zum Beispiel – eine Nacktschnecke – ist ein seltsames Kriechwesen, dass vermutlich vom Planeten Schleim stammt!
Fetzenfische sehen aus wie Abfall, der durchs Meer treibt. Vielleicht sind sie aber auch Aliens von einem weit entfernten Müllplaneten.
Ähnliches gilt für Mondfische, die wie der Name schon sagt, früher mal Bewohner eines planetennahen Trabanten waren.
Und der Geisterpfeifenfisch stammt vermutlich aus einer weit entfernten Galaxie, in der es keine Spiegel gibt. Sonst wüsste er, wie hässlich er ist, und würde auf der Stelle Selbstmord begehen.

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Der Monsterologe

Wie ihr wisst, bin ich als DJ auf der ganzen Welt im Einsatz. Darum muss ich viel fliegen, was einerseits zwar nervt, aber auch interessant sein kann. In Flugzeugen lernt man spannende
Menschen kennen.
Einer der coolsten Typen, die ich getroffen habe, war von Beruf Monsterologe.
„Was soll das denn sein?!“, habe ich ihn gefragt.
„Ich berate Hollywood-Regisseure, Comic-Zeichner und die Erfinder von Vergnügungsparks bei der Auswahl ihrer Grusel-Kreaturen.“
„Wow. Kann man das studieren?!“
„Nein. Eigentlich bin ich Biologe mit dem Fachgebiet Morphologie. Ich habe über das Aussehen von Lebewesen geforscht. Und dann bin ich dazu übergegangen, mir eben neue Lebewesen auszudenken.“
„Ich hätte auch ein paar Vorschläge, für echt gruselige Monster. Wollen Sie sie hören? Das schlimmste von allen sieht aus wie die deutsche Bundeskanzlerin. Ganz schlimm ist auch ein Alien-Monster, das ganz zufällig genau wie mein alter Lateinlehrer aussieht. Ich kann es Ihnen zeichnen, wenn Sie möchten.“
Der Monsterologe lachte, wollte meine Vorschläge aber nicht sehen. Er meinte, er hätte selbst mehr als genug Ideen, für neue gruselige Lebensformen.

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