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Unpünktlich

Ich bin unpünktlich.
Das gilt für viele Menschen, aber bei mir ist es fast schon eine Krankheit. Wenn ich um 15 Uhr eine Verabredung habe, fällt mir um 16 Uhr ein, dass ich langsam mal losgehen sollte. Und wenn ich morgens um sieben Uhr aufstehen muss, mache ich gegen elf Uhr die Augen auf, nur um festzustellen, dass ich mal wieder vergessen habe, den Wecker zu stellen.

Es gibt darum eine Menge Leute, die echt sauer auf mich sind.

Vor ungefähr einem Jahr habe ich endlich eine Lösung für das Problem gefunden.
Ich fahre jetzt immer viel früher zu Verabredungen, weil ich mich für jede Minute, die ich früher da bin, selbst belohne. Die Ich-bin-früher-Minuten kann ich nämlich bei mir selbst in Ich-mache-was-ich-will-Minuten umtauschen: Fernsehen, Playstation, Schlafen. Egal.
Es funktioniert! Probiert es einfach mal!

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Frag das Internet

Wenn man sowieso alles im Internet nachgucken kann, wieso soll man dann eigentlich überhaupt noch etwas wissen?
Als ich das neulich meinen besten Freund Tom gefragt habe, sagte er: „Weiß ich nicht.“
„Okay, dann gucken wir mal im Internet nach.“

Haben wir gemacht, haben aber keine Antwort gefunden.
Daraus haben wir drei Dinge gelernt:
1. Auf manche Fragen weiß selbst das Internet keine Antwort
2. Man ist nicht immer Online
3. Ab und zu ist es einfach total cool, wenn man etwas weiß.

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Asia-Food

Ich bin ein mutiger Esser. Ich finde zum Beispiel, dass die meisten Dinge, an denen Saugnäpfe dran sind, hervorragend schmecken! Ein frisch gekochter und in Sojasoße getunkter Oktopus-Arm in einer kochend heißen Ramen-Suppe? Mmmh, lecker!

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Ich werde aber auch schwach, wenn mein Gericht mich aus großen verängstigten Augen ansieht und komische Fiep-Geräusche macht. Einmal habe ich eine Nudelsuppe ins Hafenbecken von Hongkong geschüttet und dann überrascht zugesehen, wie die Hälfte meines Essens mir noch einmal dankbar zugewunken hat und dann davongeschwommen ist.

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Tauchen mit dem Hai

Ab und zu ist es besser, sich nicht umzudrehen. Zum Beispiel wenn man vor der Insel Banda Neira schnorchelt und auf einmal einen riesigen Schatten hinter sich spürt. Dabei haben mir alle Einheimischen versichert: „Haie? Gibt’s hier nicht. Nie gesehen. Wir wissen gar nicht, was Haie sind.“

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„Okay, dann gehe ich mal ins Wasser“, habe ich gesagt.
Ich habe mich dann doch umgedreht. War aber nicht so schlimm. Ich hatte zum Glück eine Bifi mit und mit der war Sharky auch zufrieden.
„Und nächstes Mal bringe ich dir einen Snickers mit“, habe ich ihm noch hinterhergerufen. Hat ihn aber nicht mehr interessiert.

In Wahrheit sind Haie gar nicht so. Es sind faszinierende, große Fische, die gelegentlich ein kleines Appetitproblem haben. Uns Menschen mögen sie nicht. Wir gehen ihnen nämlich tierisch auf die Flossen. Von daher: Seid nett zu Haien, dann sind sie auch nett zu euch!

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Asiamarkt

Ich liebe meinen kleinen Asiamarkt, in dem es alles gibt, was ich mag: Noriblätter, Katsuobushi, Priknampla oder Instant-Curry von S&B. Gelegentlich habe ich eine Packung in der Hand mit etwas, von dem ich einfach nicht weiß, was es ist. Fischdarm-Chips? Kroko-Fußnägel-Paste? Bambus-Maden? Die Erklärung in mir unbekannten Schriftzeichen hilft nicht weiter. Zum Glück gibt es auch einen Hinweis für deutsche Käufer: „Sie stabellen mit pastewürz und knobelzwob für 3 Zeitmahl auf kühlkoch mit. Gute Asitit.“

Ich nehme dann doch lieber die seltsamen Zeichen. Die verstehe ich zwar auch nicht, aber die sehen gut aus! Würde ich mir glatt auf den Arm tätowieren.

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Arena Verlag